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Gelebter Umweltschutz -
ein Jahr nach der Einführung der Umwelt.plus.karte
Annegret Brandt vom Verein Ökostadt Rhein-Neckar e.V. zieht Bilanz
Frau Brandt, welche Funktion haben Sie im Verein Ökostadt Rhein-Neckar e.V.?
Brandt: Seit Mitte November 2003 bin ich Geschäftsführerin des Vereins Ökostadt Rhein-Neckar e.V. Der Verein setzt sich für gelebten Umweltschutz im Rhein-Neckar-Dreieck ein. Neben Projekten wie z.B. "Grüner Strom", "Sanfter Tourismus" und "Gemeinschaftliches Autoteilen" ist der Verein Begründer des CarSharings in dieser Region.
Seit Anfang Dezember 2003 ist der Verein auch Betreiber der +umwelt.plus.karte. Diese nachhaltige Kundenkarte wurde im Rahmen eines beim Verein "Weitergeben" angesiedelten Forschungsprojektes zur Förderung neuer nachhaltiger Nutzungsstrategien in enger Kooperation mit dem Agenda-Büro der Stadt Heidelberg und dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) entwickelt.
Welche Werbeaktivitäten plant der Verein Ökostadt Rhein- Neckar in nächster Zeit?
Brandt: Wir planen, verstärkt Infostände in den einzelnen beteiligten Geschäften einzusetzen. Ein Fokus soll sein, dass die Partner zukünftig für- bzw. untereinander und damit für das System +umwelt.plus.karte mehr Werbung machen. Dies soll dem Kunden signalisieren, dass die +umwelt.plus.karte sehr vielseitig einsetzbar ist. Zudem werden wir - wie auch im vergangenen Jahr - u.a. beim Markt der Möglichkeiten und auf der Umweltmesse TREND im November 2004 vertreten sein.
Welche Erfahrungen machen Ihre Geschäftspartner mit der Karte?
Brandt: Nach etwas mehr als einem Jahr +umwelt.plus.karte ist der Großteil der Partner mit dem Kundenzulauf zufrieden. Ebenfalls hat ein Großteil der Kunden aus dem letzten Jahr die +umwelt.plus.karte wieder bestellt.
Was bedeutet +umwelt.plus.karte konkret und was wird den Besitzern geboten?
Brandt: In dem Wort +umwelt.plus.karte stecken zwei Begriffe: die "Umwelt" und "Plus". Diese Wortkombination beinhaltet zum einen die Information, dass Partner dabei sind, die zum Beispiel ökologische und/ oder regionale Produkte - aber auch aus Drittweltländern - aus dem Lebensmittel und Nicht-Lebensmittelbereich anbieten. Das "Plus" weist auf weitere Sparten hin: Partner aus dem Bereich Reparatur, z.B. Haushalts-Großgeräte, Unterhaltungselektronik und Schuhreparatur sowie Second Hand, Weiterbildung, Kultur und einige mehr.
Es ist für uns bei der Aufnahme neuer Partner wichtig, dass diese mit ihren Angeboten im Sinne der "Nachhaltigkeit" bestimmte ökologische, soziale oder wirtschaftliche Kriterien erfüllen. Dabei spielen zum Beispiel ökologische Gütesiegel, die Umsetzung der Integration schwer vermittelbarer Arbeitnehmer oder der faire Handel mit Drittwelt-Ländern eine Rolle. Die Inhaber der +umwelt.plus.karte erhalten in den einzelnen Geschäften und Einrichtungen einen Sofortrabatt zwischen drei bis zehn Prozent auf Produkte, Dienstleistungen oder Eintrittspreise.
In wie vielen Geschäften erhält der Karteninhaber momentan einen Rabatt?
Brandt: Derzeit sind 32 Geschäfte in Heidelberg dabei. Es kommen jedoch kontinuierlich auch neue Partner hinzu. Aktuelle Informationen zu den Partnern und der +umwelt.plus.karte gibt es im Internet unter www.umweltpluskarte.de.
Auf welche Produkte wird ein Rabatt gewährt?
Brandt: Die Angebote unserer Partnerunternehmen und -organisationen sind so vielfältig, dass ich hier nur einen Teil beispielhaft nennen kann. Das Angebot beginnt bei Naturkost, Baumschul-Pflanze und Drittwelt-Produkt, geht über Second-Hand Spielzeug- und Hauhaltsware, Tintenpatronenauffüllung und Kopie auf Umweltpapier bis hin zur ökologischen Wohnplanung, dem Englisch-Sprachkurs, CarSharing und der Renovierungsarbeit.
Welchen Vorteil hat der Karteninhaber zum Beispiel beim Angebot FoXenergreen der Stadtwerke Heidelberg?
Brandt: Neukunden, die im Besitz einer +umwelt.plus.karte sind und bei den Stadtwerken Heidelberg einen FoXenergreen-Vertrag abschließen, d.h. sich für Ökostrom entscheiden, erhalten von den Stadtwerken Heidelberg einen Power Safer gratis. Dieses Gerät wird an Elektrogeräte angeschlossen, die auch im ausgeschalteten Zustand permanent weiter Strom verbrauchen. Mit Hilfe des Power Safers kann je nachdem, ob zusätzlich noch eine Mehrfachsteckdose angeschlossen wird, Strom eingespart werden. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel!
Gibt es zurzeit Verhandlungen mit anderen Unternehmen über eine mögliche Zusammenarbeit?
Brandt: Ja, die gibt es. Wir akquirieren durchgehend neue potenzielle Partner. Darüber hinaus erhalten wir Anfragen von interessierten Unternehmen, die auch bei der +umwelt.plus.karte mit dabei sein wollen. Es zeigt, dass die Karte in Heidelberg inzwischen einen erfreulichen Bekanntheitsgrad erlangt hat. Zudem wird deutlich, dass sich viele Unternehmen mit dem Nachhaltigkeitsgedanken auseinandersetzen und sich bemühen, dafür aktiv etwas zu tun.
Seit wann gibt es die +umwelt.plus.karte in Heidelberg?
Brandt: Diese deutschlandweit einmalige "nachhaltige" Kundenkarte kam im Mai 2003 in Heidelberg auf den Markt. Bisher gibt es rund 1300 Nutzer.
Was kostet die Karte?
Brandt: Die +umwelt.plus.karte kostet 15 Euro pro Jahr. Familien und Lebensgemeinschaften aus dem selben Haushalt erhalten - wenn gewünscht - pro Person eine Zusatzkarte zum Selbstkostenpreis von 1,50 Euro pro Jahr. Da die beteiligten Geschäfte und Institutionen dem Kunden einen Sofortrabatt von drei bis zehn Prozent gewähren, holt sich der Kunde über das Jahr gesehen die Kosten der Karte über die Rabatte wieder zurück. Und nicht nur das: Bei regelmäßigem Einsatz der Karte im Naturkostladen fährt der Kunde über das Jahr ins Plus. Die +umwelt.plus.karte lohnt sich aber auch schon für einen einmaligen Einsatz beim Fahrrad- oder Möbelkauf.
Wo kann die +umwelt.plus.karte erworben werden?
Brandt: Die +umwelt.plus.karte kann über das Internet unter www.umweltpluskarte.de online angefordert werden oder ist direkt beim Verein Ökostadt bzw. in einem der folgenden beteiligten Geschäfte und Einrichtungen erhältlich:
- Baier Digitaldruck: Im Neuenheimer Feld 370,
Mönchhofstr. 3
- Effata Weltladen: Kirschgartenstr. 35
- Fair & Quer: Steubenstr. 52
- Füllhorn Naturmarkt: Bahnhofstr. 33
- Futon-Haus: Güterbahnhof 20
- Heidelberger Dienste: Bergheimer Str. 26
- Heidelberger Kunstverein: Hauptstr. 97
- h.o.f. schreinerei: Alte Eppelheimer Str. 20
- La casa verde: Schwetzingerstr. 63
- Mietfix: Römerstr. 62
- Svens Weinladen: Dossenheimer Landstr. 4
Vielen Dank, Frau Brandt, und weiterhin viel Erfolg.
Adresse:
Ökostadt Rhein-Neckar e.V.
Annegret Brandt
Kurfürstenanlage 62
69115 Heidelberg
Tel. 06221/ 16 08 43
Email: umweltpluskarte@oekostadt.org
Internet: www.umweltpluskarte.de |