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Umweltpluskarte wird Erfolgsstory
In Deutschland einmaliges Projekt - Sparen und trotzdem ökologisch konsumieren
Von Kirsten Baumbusch
Die Heidelberger "Umweltpluskarte" hat das Zeug dazu, eine echte Erfolgsgeschichte zu werden. Vor knapp einem Jahr ins Leben gerufen, ist sie schon heute besser als alles vergleichbare, was es in Deutschland sonst noch so gibt.
Der Clou dabei: Mit dieser Kundenkarte gibt es nicht nur zwischen drei und zehn Prozent Rabatt im Bioladen, in der Baumschule und beim Car-Sharing, im Waschsalon, beim Windelservice, im Fahrradladen und im Copyshop, sondern auch beim Reparaturservice für Elektrogeräte und Schuhe. Außerdem sind auch noch Kultureinrichtungen wie das Deutsch-Amerikanische Institut, die Halle 02 oder der Kunstverein mit von der Partie. Und bei Bernhard Bentgens gibt es auch noch den Chanson-Workshop günstiger.
Ziel des Ganzen: Die Nachhaltigkeit aus der Öko-Nische herausholen und für Menschen zu öffnen, die nicht im Geld schwimmen und trotzdem vernünftig konsumieren. "Sparen und dennoch etwas für die Umwelt tun", so lautet das Motto. Ganz viele Leute, so die Erfahrung des Heidelberger Agenda-Büros, wollen sich zwar engagieren, nicht aber in endlose Projekte verstrickt werden.
Entwickelt hat sich die Karte aus dem Projekt "Weitergeben" in Bergheim, das nachhaltigen Konsum durch gegenseitiges Geben und Nehmen fördern sollte. "Der konkrete Bedarf war leider nicht so, dass sich das selbst getragen hätte", erklärt Frank Zimmermann vom Agenda-Büro. Doch die "Umweltpluskarte" sollte unbedingt erhalten bleiben. Und da wurde mit der Ökostadt jetzt ein neuer Träger gefunden. Gut vor allem. dass Geschäftsführerin Annette Brandt ohnehin von "Weitergeben" zu Ökostadt gewechselt war, so blieb die Karte in den bewährten Händen. Sie hält den Kontakt, gibt einen Informationsbrief für die Nutzer heraus und holt immer wieder neue Partner ins Boot. Vor allem mehr Handwerker könnten noch vertreten sein. Die Innungen haben bereits Interesse signalisiert.
Bislang 1300 Leute haben die 15 Euro für die Jahreskarte ausgegeben. Überwiegend sind sie hoch zufrieden, hat das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung herausgefunden. Soziologe Wilfried Konrad hat Nutzer befragt, wer die Karte kauft und wie die Kunden sie bewerten. Klar war von Anfang an, dass es drei Gruppen gibt. Aktive, Aktivierbare und Passive. Ganz gezielt hat sich die Umweltpluskarte auf die ersten beiden Gruppen konzentriert. Rund 20 000 Leute können das allein in Heidelberg sein.
"Vorherrschend ist das Sparmotiv", hat die Studie ergeben. Deshalb war es nach Ansicht Konrads richtig, darauf zu setzen. Während die jüngeren Nutzer vor allem die Kombination von Sparen und Umweltschutz anspricht, schätzen die Älteren, dass damit kleinere Anbieter aus der Region gestärkt werden. Nach Schulnoten wurde das Leistungsangebot mit 1,8 bewertet und die Mehrzahl der Kartennutzer vom ersten Jahr wollen wieder eine neue Umweltpluskarte erwerben.
INFO: bei Ökostadt, Kurfürstenanlage 62, Telefon 06221-160843, E-Mail: umweltpluskarte@oekostadt.org |