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Rhein-Neckar-Zeitung, 25. April 2006

 

 

 

  Das Plus für die Umwelt bringt ein Plus im Portemonnaie

1400 Menschen haben mittlerweile die Umweltpluskarte

Von Timo Teufert

Ein Plus für die Umwelt und ein Plus für das Portemonnaie: Das verspricht die Umweltpluskarte, die ihren Inhabern einen Rabatt auf ökologische Produkte und Dienstleistungen in Heidelberg und Mannheim bietet. Die Karte, die mittlerweile von 1400 Nutzern eingesetzt wird, gibt es seit 2003. Sie entstand im Rahmen eines Forschungsprojektes mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Frank Zimmermann, vom Heidelberger Agendabüro, erklärt, warum sich die Stadt bei der Umsetzung der Idee beteiligt hat: "Ich sehe die Umweltpluskarte als praktische Umsetzung der lokalen Agenda 21. Man kann das Thema Nachhaltigkeit oft nur schwer vermitteln. Da hilft die praktische Anwendung wie bei der Umweltpluskarte."

In Zusammenarbeit mit dem Institut für ökologische Wirtschaftsförderung (IÖW) hat man zunächst das Potential für eine Kundenkarte im ökologischen Bereich abgeschätzt. Das IÖW hat daraufhin einen Fragenkatalog entwickelt, welche Kriterien erfüllt werden müssen, damit ein Unternehmen bei der Umweltpluskarte mitmachen darf. Anhand dieses Fragebogens werden die Geschäfte überprüft: Verkauf der Bioladen wirklich ökologisch-angebaute Lebensmittel oder verzichtet der Schreiner auf die Verarbeitung von Tropenholz. Gestützt wird die Aufnahme auch auf ökologische Zertifizierungen von Dritten. "Wir mussten schon Geschäfte ablehnen, die nicht in das Konzept gepasst haben", berichtet Christina Reinl vom Vorstand des Vereins Ökostadt Rhein-Neckar, der die Kundenkarte in Heidelberg vertreibt.

Die Karte gibt es im Abonnement, ähnlich wie die Bahn-Card der Deutschen Bahn. "Je mehr man die Karte einsetzt, desto mehr rechnet sie sich", berichtet Zimmermann. Bei den angeschlossenen Geschäften erhalten die Inhaber der Umweltpluskarte zwischen drei und zehn Prozent Rabatt auf ihre Einkäufe. Die Karte selbst kostet 15 Euro im Jahr, Zusatzkarten für Personen, die im Haushalt des Karteninhabers leben, kosten 1,50 Euro pro Karte und Jahr. Um die Umweltpluskarte zu bekommen, muss man allerdings kein Mitglied im Verein Ökostadt Rhein-Neckar werden. "In vielen Läden, die die Umweltpluskarte akzeptieren, kann man die Karte direkt kaufen", berichtet Annegret Brandt von der Ökostadt-Geschäftsstelle. Bisher kann man die Karte in 39 Geschäften in Heidelberg einsetzen. Zu Beginn im Mai 2003 waren es noch 23. Bis zum Jahresende will der Verein Ökostadt die Akzeptanzstellen auf 45 erhöhen. "Die Karte steht für Nachhaltigkeit im Alltag und für Nachhaltigkeit im Konsum", berichtet Zimmermann. "Mit der Karten wollen wir zeigen, dass sich Ökologie und Geldsparen gut verbinden lässt." Reinl fügt einen weiteren Pluspunkt hinzu: "Bei uns werden keine Kundendaten gesammelt. Unsere Karte hat keinen Chip und keinen Magnetstreifen. Bei uns werden keine Adressen weiterverkauft." Bis 30. Juni bietet der Verein eine ganz besondere Aktion: Inhaber der Umweltpluskarte, die einen neuen Kunden werben, erhalten fünf Euro für die Kundenwerbung gutgeschrieben.

 

 

 

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