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Rhein-Neckar-Zeitung, 06. Juli 2007

 

 

 

  Gelebter Umweltschutz

Seit 15 Jahren gibt es den Verein Ökostadt Rhein-Neckar

Von Kirsten Baumbusch

Rhein-Neckar. Am Anfang war der Wunsch, sich gemeinschaftlich ein Auto zu teilen. Daraus entstand dann 1992 der Verein Ökostadt Rhein-Neckar.

Schon den Gründungsmitgliedern indes war eines eigen: Der gelebte Umweltschutz musste handfest sein. Das Müllaufkommen verringern, Energie und Rohstoffe sparen, umweltbewussten Einkauf fördern, so pragmatisch waren die Projekte.

Diesem Ziel ist der mittlerweile 1900 Mitglieder zählende Verein treu geblieben. Auch wenn sich die Aufgabenfelder im Laufe der Zeit immer wieder gewandelt haben. Dabei versteht sich Ökostadt nicht zuletzt als Impulsgeber, der mit anderen gemeinnützigen Institutionen und öffentlichen Stellen kooperiert.

Das Projekt des "Car Sharings" hat sich so rasant entwickelt, dass aus den anfänglichen zwei vereinseigenen Kleinwagen in Heidelberg und Mannheim inzwischen über 120 Fahrzeuge in der ganzen Region geworden sind. Das war so erfolgreich, dass "Stadtmobil" ausgegliedert wurde. Doch an der engen Zusammenarbeit hat sich nichts geändert. Das Ökostadt-Büro gleich gegenüber dem Hauptbahnhof in der Kurfürstenanlage 62 ist nach wie vor Anlaufstelle für Interessenten. Auch wenn sich deren Motivation ein wenig modifiziert hat. Geschäftsführerin Annegret Brandt hat beobachtet, dass mehr und mehr Menschen aus finanziellen Erwägungen das Auto teilen wollen.

Die teuren Benzinpreise machen "Car Sharing" attraktiv. Viele nutzen das Angebot auch als Zweitwagen. Denn es gibt Autos nach Maß, den kleinen Lieferwagen für den Möbeleinkauf, den Familien-Van für den Wochenendausflug oder das Cabrio für die Spritztour. Je bekannter das Autoteilen wird, und je mehr Menschen umsteigen und auf das eigene Auto verzichten, desto mehr wird die Belastung durch schädliche Fahrzeugabgase minimiert.

Beim Projekt "Unser Strom ist grün", so erklärt Christina Reinl vom Vorstand, gehe es darum, erneuerbare Energie zu propagierten und den Menschen den Umstieg so leicht wie möglich zu machen. Mit dabei sind hier der Bund für Umwelt und Naturschutz, der Naturschutzbund und verschiedene Parteien. Der Schwerpunkt wird dabei auf Informationen und Veranstaltungen gelegt (www.unser-strom-ist-gruen.de).

Nicht zuletzt ist Ökostadt Betreiber der Umweltpluskarte (www.umweltpluskarte.de). Die gibt es seit nunmehr vier Jahren, und sie bringt in Heidelberg und Mannheim aktuell 43 Anbieter von ökologischen Produkten, Dienstleistungen und Kulturveranstaltungen zusammen. Ökologischer und nachhaltiger Konsum soll gefördert werden.

Die Karte kostet 15 Euro im Jahr und kann beim Verein oder bei den beteiligten Geschäften erworben werden. Durch Rabatte bis zu zehn Prozent holen sich die Kartenbesitzer die Investition schnell wieder herein. Die Palette reicht dabei vom Bioladen, über die Fahrradreparatur, den Möbelschreiner, das Autoteilen, bis hin zum Waschsalon. Immer wieder kommen auch neue Partner dazu.

Seit neuestem zerbrechen sich die Ehrenamtlichen auch wieder die Köpfe über die künftige Marschrichtung. "Quo vadis, Ökostadt?" lautet ihr Motto. Ökologische Mitdenker sind herzlich willkommen. Gerne dürfen sie auch eigene Ideen im Gepäck haben. Ist es doch ein Kennzeichen des putzmunteren geburtstagskindes, immer und nach allen Seiten offen zu sein.

 

 

 

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