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Mannheimer Morgen, 07. März 2006

 

 

 

  Umweltfreunde setzen alles auf eine Karte

Erfolgreiches Heidelberger Rabatt-Projekt wird auf Mannheim ausgeweitet

Von unserem Redaktionsmitglied Tobias Grauheding

Wer in Heidelberg umweltbewusst einkauft, kann kräftig Prozente sparen. In wenigen Wochen feiert die "Umwelt-Plus-Karte", die Rabatte in 40 ökologisch nachhaltig oder besonders sozial wirtschaftenden Unternehmen gewährt, ihren dritten Geburtstag. Jetzt soll das Projekt auch auf Mannheim ausgeweitet werden.

Angeschlossen sind an die vom Verein "Ökostadt Rhein-Neckar" betriebene Rabattkarte vor allem kleine Betriebe - ob Naturkostladen, Waschsalon, Schreinerei, Fahrradladen oder Baumschule. Mit im Boot sitzen auch zahlreiche Dienstleister und Kultureinrichtungen, die den bislang 1300 Teilnehmern drei bis zehn Prozent Rabatt gewähren. Zuvor muss die Umweltpluskarte für 15 Euro gekauft werden, die sich aber schnell bezahlt machen kann, wie "Ökostadt" vorrechnet. Gewinne erzielt der Betreiber nicht. "Mit der Gebühr wird nur die Organisation finanziert," erklärt Annegret Brandt, Geschäftsführerin von "Ökostadt".

Neben den Karteninhabern sollen natürlich auch die Unternehmen einen Nutzen haben. "Vor allem wird Aufmerksamkeit erzeugt. Viele der angeschlossenen Kleinbetriebe haben keine Möglichkeit für intensive Werbung", erklärt Wilfried Konrad vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung. Seit Projektbeginn im Mai 2003 ist er mit der wissenschaftlichen Begleitforschung betraut. Auch nach Meinung des Heidelberger Agenda-Büros, das vor allem bei der Entwicklung beteiligt war, fördere die Karte die Standortsicherheit einiger Kleinbetriebe. Außerdem könne verständlich gemacht werden, um was es der Stadt beim Thema Nachhaltigkeit geht, wie Frank Zimmermann, Leiter des Agenda-Büros erklärt: "Ein ausgewogenes Verhältnis von ökologischem, ökonomischen und sozialem Nutzen." Letzteres wird beispielsweise bei den "Heidelberger Diensten", die Arbeitslose beschäftigen, groß geschrieben.

Neu ist die Kooperation mit einem Naturbekleidungsgeschäft in Mannheim. Nach und nach sollen 20 weitere Betriebe in der Quadratestadt zum Mitmachen bewegt werden, sagte Annegret Brandt von "Ökostadt". Ausdrücklich wies sie darauf hin, dass mit der Karte keine Daten gesammelt werden. Sie sei weder mit Chip noch mit Magnetstreifen ausgestattet.

 

 

 

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